Fleckvieh - Zuchtgeschehen

Stiermutteranforderungen und Stierkörungen im Zeitalter der Genomselektion

Ab November 2017 müssen alle im Herdebuch körfähigen Stiere einen Genomtest vorweisen. Damit ist auch beim Natursprung ein bestmöglicher Zuchtfortschritt gegeben. Weiters wird bei der genomischen Zuchtwertschätzung auch auf alle bislang bekannten Erbfehler untersucht, wodurch Risikoanpaarungen vermieden werden können.

Herdebuch C Stiere (Kreuzungsstiere) können nach wie vor gekört werden, hier ist ebenfalls ein Genomtest erforderlich. Für die Körklasse „A“ müssen Mutter und Vater im Herdebuch A eingestuft sein, Stiere mit Mutter oder Vater im Herdebuch C werden künftig nur mehr „B“ gekört. Stier mit mehr als 30 % FG Anteil (RF + MO) werden nur „B“ gekört.

Zellzahl, Melkbarkeit:
Da die Zellzahl und Melkbarkeit einen entscheidenden Einfluss auf die Funktionalität und Gesundheit der Milchkuh hat werden Stiere mit einem genomischen Zuchtwert für die Merkmale Zellzahl und Melkbarkeit unter 90 nur B gekört.

Stiere mit folgenden Erbfehlern sind nicht körfähig :
DW (Zwergwuchs)
ZDL (Zinkdefizienz-like Syndrom)
MSS (Bovine männliche Subfertilität) – MSS Träger sind unfruchtbar

Eigener Deckeinsatz
In diesem Fall können gegebenenfalls auch Ausnahmen gemacht werden, es wird aber empfohlen, die Stiere genomisch testen zu lassen.

Stiermütter müssen auch zukünftig exterieurbewertet (FLECKSCORE - 100 Punkte System) werden, die Zuchtwert-Grenzen entfallen.

Gezielte Paarung
Nach jeder Zuchtwertschätzung werden über das Anpaarungsprogramm GS Aio für jedes belegfähige Tier am Betrieb Anpaarungsvorschläge mit fünf Stieren zugesendet.


Gerne können Mitarbeiter des RZV Salzburg auch Anpaarungsempfehlungen auf Ihren Betrieben vornehmen.
 

Tiere genomisch testen
Unsere Züchter sind aufgerufen, interessante Tiere untersuchen zu lassen! Männliche Kälber mit hoch vorgeschätzten Zuchtwerten werden von uns selektiert und getestet, auch weibliche Kälber mit hohen Ahnenindex sollten vermehrt untersucht werden, die hälfte der Kosten werden von der Rinderzucht Salzburg übernommen!
Wir haben einige Tiere mit sehr viel genetischen Potenzial, diese sollten unbedingt getestet werden und über die gezielte Paarung und eventuell über ET zur Stierzucht genutzt werden.

Wenn potenzielle Tiere am Betrieb sind, bitte diese beim RZS unter: 06542 / 68229 - 31 melden! Kosten: 70 €
 

Begriffserklärung:
Name: Name des Stieres; V/M/MV: zB.: Winsler/Strella/GS Rau = Vater des Stieres, Muttername & Muttersvater; Züchter: Züchter des Stieres; Gebdat: Geburtsdatum; goGZW: genomische optimierte Gesamtzuchtwert; goMW: genomsich optimierte Milchwert; goFW: genomisch optimierte Fleischwert; goFIT: genomisch optimierte Fitnesswert; goRZE: genomisch optimierter Exterieurzuchtwert 

Anpaarungsprogramm GS AIO

Das Anpaarungsprogramm GS AIO bietet sehr viele Einstellungsmöglichkeiten um die Vorschläge bestmöglich an die einzelnen Betriebe und Zuchtziele anzupassen. Daher empfehlen wir in Bezug auf die Vermeidung von Risikoanpaarung bei den Erbfehlern und für eine entsprechende Streuung beim Stiereinsatz auf die zugesendeten Vorschläge zurück zu greifen. Durch die große Anzahl an Vererbern und den schnellen Wechsel der Stiere im Zeitalter der genomischen Zuchtwertschätzung ist auch für die Inzuchtvermeidung der Einsatz dieses Programmes zu empfehlen.

Neben einer unterschiedlichen Gewichtung  der Vererbungsschwerpunkte für die verschieden Betreibe, z.B Bio oder Betriebe im höheren Leistungsbereich, ist es auch möglich für einzelne Betriebe nur hornlos Vererber oder reinerbige A2 Milch Vererber vorzuschlagen. Somit ist für Züchter, die sich mit diesem Themen befassen wollen,  mit wenig Aufwand der bestmögliche Einsatz aktuell verfügbarer Genetik aus diesem Segment gewährleistet.

Die Betriebsziele können von uns auf Wunsch jederzeit angepasst werden und ein neuer Vorschlag wird per e-mail zugesendet.

Wir bitten daher um Kontaktaufnahme, am besten per mail,  wenn dies erwünscht ist.
Kontakt: Michael Kirchner: m.kirchner@rinderzuchtverband.at,
Florian Hirschbichler: f.hirschbichler@rinderzuchtverband.at


Betriebe die keinen Anpaarungsvorschlag erhalten haben können sich jederzeit bei uns melden, dann wird ein Vorschlag per e-mail zugesendet.
 

Meist eingesetzte Besamungsstiere 2018

Name AnzKB GZW MW Mkg F% E%
JANDA 1942 123 109 320 0,00 0,03
MANDRIN 1890 127 124 1077 -0,10 -0,05
RALDI 1651 124 114 736 -0,15 -0,06
REMMEL 1337 125 125 1117 -0,15 0,00
HETWIN 1132 128 124 1016 -0,10 -0,03
WISCONA 1113 132 113 417 -0,07 0,13
GS EQUADOR 1064 125 125 1022 -0,04 -0,06
GS PANDORA 966 109 113 543 -0,04 -0,02
GS INROS 901 109 114 1047 -0,24 -0,21
WOBBLER 813 134 119 995 -0,21 -0,05

 

Link zum aktuellen Stierangebot - Fleckvieh

Bei Fragen zum Zuchtgeschehen stehen unsere Mitarbeiter selbstverständlich gerne zur Verfügung.